Wissenswertes

Hospizarbeit und Palliativmedizin sind in den letzten Jahren fester Bestandteil des deutschen Gesundheitswesens geworden. Immer mehr Menschen mit fortgeschrittenen, lebensverkürzenden Erkrankungen profitieren inzwischen von palliativmedizinischen und hospizlichen Versorgungsmöglichkeiten.

In multiprofessionellen Teams arbeiten Ärzt*innen, Pflegende, Sozialarbeiter*innen, Psycholog*innen, Atemtherapeut*innen, Physiotherapeut*innen, Seelsorgende und Ehrenamtliche eng zusammen. Die ganzheitliche Betrachtung der jeweiligen Situation bildet die Basis der Versorgung. Gemeinsam mit Betroffenen und ihren Angehörigen entstehen so individuelle Betreuungskonzepte für schwersterkrankte und sterbende Menschen, in denen ihre Bedürfnisse sowie die der ihnen nahe Stehenden im Vordergrund stehen.

Durch symptomlindernde Therapie und fürsorgliche Zuwendung wird ein selbstbestimmtes und beschwerdearmes Leben bis zuletzt ermöglicht. Die Qualität des Lebens bis zuletzt – auch bei schwerer Erkrankung – ist das Ziel von Palliative Care.

Dabei ist Palliativversorgung nicht auf bestimmte Erkrankungen beschränkt. Sowohl Patient*innen mit unheilbaren Tumorerkrankungen als auch Patient*innen mit lebensbegrenzenden Herz-, Lungen-, Nieren-, neurologischen und anderen Erkrankungen finden individuelle Unterstützung.

In der Landeshauptstadt München gibt es eine Vielzahl von Hospiz- und Palliativeinrichtungen und -diensten. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen fachlich kompetent und mitmenschlich zu begleiten.

Palliative Care

ist der Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen. Dies geschieht durch Vorbeugen und Linderung von Leiden durch frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen Problemen körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art. Palliative Care respektiert die Wünsche des Patienten und hilft den Familien, mit praktischen Fragen zurecht zu kommen, einschließlich dem Umgang mit Verlust und Trauer während der Erkrankung und im Fall des Todes.

Definition von “Palliative Care” der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2002

Hospiz

(lateinisch „hospitium“ = Gastfreundschaft, Gast) bezeichnet einen Ort der gastfreundlichen Aufnahme. Im Mittelalter wurden sog. Hospize für Pilger an gefährlichen Wegpassagen (z. B. an Alpenübergängen) etabliert. Jahrhunderte später eröffneten um 1900 die Sisters of Charity in Dublin und London Hospize für arme chronisch Kranke und Sterbende.

Im Hospiz St. Joseph, London, arbeitete nach dem 2. Weltkrieg eine englische Sozialarbeiterin, Krankenschwester und Ärztin, Dr. Cicely Saunders. Sie kombinierte die dort praktizierte christliche Fürsorge mit den Erkenntnissen der modernen Medizin, insbesondere der Schmerzforschung, und eröffnete 1967 das St. Christopher’s Hospice mit dem von ihr geprägten neuen Hospizkonzept, um umfassend auf die speziellen Bedürfnisse Schwerkranker und Sterbender eingehen zu können.

Das moderne Hospiz ist primär ein Konzept, dessen Versorgungsformen variieren – stationär wie auch ambulant. Hospiz versteht sich vor allem als Ausdruck gesellschaftlicher Solidarität und mitmenschlicher Fürsorge am Lebensende.

Palliativ

Der Begriff „palliativ“ stammt aus dem Lateinischen und beinhaltet „pallium“ = der Mantel, bzw. „palliare“ = mit dem Mantel bedecken, umhüllen. Palliative Behandlung ist nicht auf die Heilung einer Erkrankung ausgerichtet, sondern darauf, belastende Symptome einer lebensbedrohlichen Erkrankung zu lindern oder nachteilige Folgen zu reduzieren (Palliation), um die Lebensqualität zu verbessern.

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